Bei der Endodontie, auch Wurzelbehandlung genannt, handelt es sich um einen speziellen, sehr wichtigen Teilbereich der Zahnmedizin. Der Fokus der Endodontie liegt auf der Diagnose und Heilung von Erkrankungen, die die inneren Strukturen des Zahnes betreffen (z. B. das komplexe Kanalsystem, feinste Blutgefäße und Nerven bis in die Zahnwurzel und Zahnwurzelspitze hinein).
Eine Wurzelbehandlung wird notwendig, wenn Bakterien in das Zahninnere gelangen und dort eine Entzündung auslösen, etwa durch eine tiefgreifende Karies oder einen feinen Riss im Zahn. Erfasst die Entzündung den Zahnnerv, kann sie sich bis zur Wurzelspitze ausweiten und intensive Schmerzen auslösen.
Um die Beschwerden zu lindern, die Entzündung zu stoppen und den Zahn zu erhalten, ist eine sorgfältige endodontische Behandlung in der Regel die wirksamste Methode.
Wenn das Zahninnere entzündet oder bereits geschädigt ist, ist eine Wurzelkanalbehandlung in den meisten Fällen der beste Weg, um den natürlichen Zahn zu erhalten. Mit dieser Behandlung lassen sich auch Folgeprobleme wie eine Ausbreitung der Entzündung auf den Kieferknochen oder das umliegende Gewebe vermeiden.
Die einzige Alternative wäre das Entfernen des Zahnes – meist nicht die ideale Lösung. Denn eine Zahnlücke kann die Bisssituation verändern und langfristig andere Zähne belasten. Die Lücke kann mit Zahnersatz geschlossen werden, was allerdings zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet.
Viele Patientinnen und Patienten haben ein mulmiges Gefühl, wenn es um eine Wurzelbehandlung geht. Dank moderner Technik und wirksamer örtlicher Betäubung lässt sich der Eingriff heute jedoch in der Regel schmerzfrei durchführen. Das Gefühl unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, das zum Beispiel bei der Füllung eines Zahns auftritt.
Sollten dennoch Unsicherheiten bestehen, sprechen Sie bitte offen mit uns darüber. Gemeinsam finden wir eine Lösung, die Ihnen Sicherheit gibt und die Behandlung so angenehm wie möglich macht.
Die exakte Behandlungsdauer hängt von Ihrem individuellen Fall ab sowie davon, wie viele Wurzelkanäle behandelt werden und ob eine Erst- oder Revisionsbehandlung durchgeführt wird. Durchschnittlich können Sie mit etwa 60–120 Minuten rechnen.
Dank moderner Techniken verläuft eine Wurzelbehandlung heute sehr schonend. Dennoch kann es vorübergehend zu leichten Beschwerden wie Schmerzen oder einer kleinen Schwellung kommen. Diese klingen meist schnell wieder ab und lassen sich gut mit gängigen Schmerzmitteln und vorsichtigem Kühlen lindern. Mitunter kann ein wurzelbehandelter Zahn im Laufe der Zeit etwas nachdunkeln. Das ist medizinisch unbedenklich und lässt sich bei Bedarf durch ein schonendes Bleaching wieder ausgleichen.
Welche weiteren Risiken in Ihrem individuellen Fall bestehen können, besprechen wir ausführlich und verständlich im persönlichen Beratungsgespräch. So wissen Sie genau, was auf Sie zukommt, und können der Behandlung mit einem sicheren Gefühl entgegensehen.
Oft genügt eine Wurzelbehandlung, um die Entzündung im Zahninneren abklingen zu lassen. In manchen Fällen – etwa, wenn das Kanalsystem sehr fein verzweigt ist, einzelne Bereiche nicht vollständig aufbereitet werden konnten oder die Entzündung erneut auftritt – kann jedoch eine Wiederholungsbehandlung notwendig sein.
Bei dieser sogenannten Revision werden vorhandene Restaurationen und altes Füllmaterial entfernt, die Kanäle weiter aufbereitet und gründlich desinfiziert, bevor sie erneut gefüllt werden.
Wenn eine Wurzelbehandlung – selbst nach einer erneuten Aufbereitung – die Entzündung nicht vollständig beseitigen kann, bietet eine Wurzelspitzenresektion eine gute Möglichkeit, den Zahn dennoch zu erhalten. Dabei wird die entzündete Wurzelspitze operativ entfernt, um eine weitere Ausbreitung der Entzündung im Kieferknochen zu verhindern und den Bereich dauerhaft zu beruhigen.
Der Ablauf unterscheidet sich von einer klassischen Wurzelbehandlung: Wir öffnen das Zahnfleisch schonend, um die Wurzel von außen zu erreichen. Anschließend wird die betroffene Wurzelspitze minimalinvasiv gekürzt und das entzündete Gewebe entfernt. Danach wird der Bereich gründlich gereinigt und wieder verschlossen.
Wurzelbehandlungen und Wurzelspitzenresektionen können – je nach anatomischen Gegebenheiten und erforderlichem technischen Aufwand – Leistungen beinhalten, die über den Umfang der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen oder nicht vollständig abgedeckt sind.
Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, ob und welche Kosten auf Sie zukommen, erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.